Kreuzberghof – Adele Reitmayer

 

 

Unser Offenstall mit 3 ha Weiden liegt im Naturschutzgebiet Westliche Wälder im Augsburger Land.

Hier wohnt unsere Ponyfamilie schon seit 20 Jahren. Der Vater, New Forrest-Trakehner-Mix Joe, ist mittlerweile kastriert, war aber, was in unserer Gegend eher ungewöhnlich ist, als Hengst in der Herde, auch, als die Fohlen geboren wurden. Alle drei Fohlen wurden auf der Weide geboren und wir durften viel über natürliches Verhalten der Pferdefamilie lernen. So wurden unsere Fohlen nicht, wie sonst üblich, mit einem halben Jahr abgesetzt. Sie blieben in der Gruppe und auch bei ihrer Mutter, die sie, als sie wieder tragend war, nicht mehr trinken ließ. Dafür gab es aber ausreichend Kuschelzeit und keinen Trennungsschmerz auf beiden Seiten.

 

Unsere Herde ist durch vieles schon durchgegangen. Wir hatten schon deutlich mehr Fläche und in dieser Zeit auch bis zu 16 Pferde im Stall. Die Einsteller sind alle weggegangen, und zwei Ponys meiner ursprünglichen Pferdeherde sind mittlerweile gestorben.

 

Die restlichen 5 Ponys sind sozusagen der Kern unseres Bestandes. Die jüngste, Honney, ist nun 17 Jahre alt, die älteste Stute ist Ayala (New Forrest) mit 22 Jahre.

 

 

 

 

Als ich Anfang 2016 das Buch „Befreie dein Pferd, befreie dich selbst“ ausgeliehen bekam, hat sich bei mir ein großer Wandel vollzogen. Unterstützt durch meinen Freund, der es schon immer unnatürlich empfand, sich auf ein Pferd zu setzen, oder nur ein oder zwei Pferde mit auf Spaziergänge und Ausritte mitzunehmen und die anderen traurig zurück zu lassen, gewann ich endlich auch die Einsicht, dass Pferde nicht zum Reiten geboren sind. Egal, wie sanft und liebevoll, wie achtsam und mit wie viel Beziehung es auch geschehen sein mochte. Diese Art des Reitens, selbst gebisslos und am losen Zügel, schädigt das Pferd trotzdem im Rücken, da es dort, wo es den Reiter tragen muss, keine Stütze (Beine) hat.

 

Als ich den Film „Der Weg des Pferdes“ gesehen hatte und hier als letzte, für mich noch neue Information hinzukam, dass den Pferden die Rückenmuskulatur unter Reiter- und Sattelgewicht taub wird, war klar, dass ich dies meinen Ponys nicht mehr zumuten wollte.

Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Maksida Vogt nun eine Frau kennengelernt habe, die einen Weg abseits der Reiterei gesucht und gefunden hat. Aber am meisten bedeutet mir der Aspekt der Freiwilligkeit. Ich bin im tiefsten Herzen überzeugt, dass diese Form des Zusammenseins mit Pferden, für die Pferde, aber noch mehr für die Menschen heilsam ist.

Deshalb liegt mein Schwerpunkt bei der Fortführung meines Hofes auf dieser besonderen Arbeit mit den Pferden und dem therapeutischen Aspekt für die Menschen.

 

Neben Workshops, die die freie Arbeit mit Pferden den Menschen näher bringen soll, biete ich deshalb auch Einzeltermine für sämtliche psychischen Themenstellungen an. Jede zwischenmenschliche Krise kann auch im Spiegel der freien Pferde betrachtet und therapeutisch bearbeitet werden. Gerade auch Kinder und Jugendliche, die schwierige familiäre Situationen durchleben müssen, wie die Scheidung ihrer Eltern, finden hier wertvolle Unterstützung.

Aber auch viele Erwachsene, z.B. mit Burnout-Syndromen, Ängsten oder Depressionen, können im freien Zusammensein mit Pferden wieder Anschluss an ihre eigene Natur, ihre Kraft und Kreativität und ihren Ausdruck finden.

 

 

 

 

 

Dabei ist es mir ein wesentliches Anliegen, dass die Ponys dafür nicht „benutzt“ werden. Sie bleiben frei! Und der Mensch ist in der Verantwortung und hat die Möglichkeit, das aus der Begegnung zu lernen, was für ihn spürbar wird. So wird gewährleistet, dass das „Heilige“ und „Heilsame“ sich voll entfalten kann.

 

Als Basis für diese Arbeit schaffen wir unseren Ponys ein so naturnahes und pferdegerechtes Umfeld, wie es uns möglich ist. Dabei orientieren wir uns an der Natur des Pferdes selbst. Dies wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, dazu hat Academia Liberti mit Forschungen und Veröffentlichungen einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Schon immer lebten unsere Ponys im Offenstall mit jederzeit freiem Zugang zu den Weiden. Auch erhielten unsere Ponys Kräuter als Mineralfutter. Neuerdings aber füttern wir die Kräuter nicht mehr im Gemisch, sondern als Einzelkräuter. Auch eine Mineralbar haben wir angelegt und beobachten, welche Mineralien die Pferde gerade benötigen und sich holen. Wir experimentieren mit diversen anderen Früchten und Gemüsen, die wir den Pferden naturbelassen, höchstens etwas klein geschnitten, anbieten. So staunten wir, dass Honigmelone und Radicchio von den Pferden gerne genommen wurden, Auch Aprikosen haben sie schon gefressen. Nur den Chinakohl lassen sie bislang einfach liege

 

Wenn die Natur uns stehendes Heu anbietet, finden die Ponys dies auf ihren Weiden frei zugänglich. Im Winter werden wir ihnen wieder an vielen verschieden Stellen Heu vorlegen, so dass sie auch in dieser Jahreszeit mit Bewegung und Futter ausreichend versorgt sind.

 

 

 

 

Für die Bewegung der Ponys sorgt auch unser Trail, der außen um die einzelnen Weideflächen führt. Die Weiden werden nach Bedarf geöffnet und geschlossen, so dass die einzelnen Abschnitte wieder Zeit zum Nachwachsen und Regenerieren haben. Dazu gehen wir, wann immer es möglich ist, im angrenzenden Wald zum Grasen. Mit allen Ponys und frei! Es ist ein Erlebnis, wenn es uns gelingt, mit allen Pferden wieder nach Hause zu kommen, ohne eines an Halfter und Strick nehmen zu müssen.

 

 

Wir laden die Menschen ein, sich bei uns ein neues Bild vom Umgang mit Pferden zu machen.

Wir laden Menschen ein, die für sich und ihre Pferde tiefe, echte Heilung suchen und sich von uns dabei unterstützen lassen wollen.

Wir laden Menschen ein, die die Welt der Pferde, und der Menschen, mit neuen Augen sehen wollen.

 

 

 

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