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Körperliche Schäden durch das Reiten Studie II

by Maksida Vogt , 30.10.2008

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem bei Pferden, die geritten werden(Jeffcott 1979) Auch wenn seit Hunderten von Jahren bekannt ist, dass Pferde unter Rückenschmerzen leiden, ist die Technologie, um die primären oder sekundären Ursachen für diese Schmerzen akkurat zu diagnostizieren, erst in den letzten Jahren (wenn auch ungenügend) entwickelt worden.

 

 
Das Hauptproblem im Umgang mit den Pferden ist ein MANGEL AN BILDUNG unter den Pferdebesitzern und Reitern. In der Academia Liberti versuchen wir den Brückenschlag zwischen der equinen Wissenschaft und dem „Durchschnittsreiter“, der das Pferd (immer noch) als Objekt zum Reiten und zum anderweitigen Benutzen sieht. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass der durchschnittliche Reiter, sobald er etwas über Anatomie und Biomechanik seines Tieres LERNT und über den SCHADEN, den er/sie verursacht, das Reiten als – bei allem Respekt – barbarischen Akt ungebildeter, einfacher Leute wahrnimmt.
 
Lasst uns einen genauen Blick auf die Wirbelsäule des Pferdes werfen, um zu verstehen, was dort passiert und für was wir die Verantwortung übernehmen müssen.
 
Die thorakale Wirbelsäule ist durch die Rippengelenkflächen gekennzeichnet, welche durch Fovea costales et caudales gebildet werden. In dem kranialen Teil der thorakalen Wirbelsäule sind sie relativ tief und werden kaudal immer flacher. An den letzten drei Wirbeln verschmilzt Fovea costalis cranialis mit Fovea costalis transversalis des Processus transversi. Die Mobilität der einzelnen Wirbel untereinander reduziert sich in kaudaler Richtung. Der Grund dafür ist, dass die Gelenkflächen des Procc. Articulares im kranialen Teil der thorakalen Wirbelsäule tangential stehen, weiter kaudal rotieren und bei den letzten beiden Wirbeln sagittal stehen (Jeffcott und Dalin, 1980; Towsend, 1985). Von diesem Teil an sind sie mit dem Processus mamillaris zu dem Processus mamilo articularis verschmolzen.
 
Die Extremitas craniales et caudales sind eng und mit der Wirbelsäule durch die Epiphysenscheiben verbunden. In dem Teil des empfindlichen fragilen Crista ventralis der T10 bis T15, der genau in Sattellage ist, ist die Osteophyten- und Exostosenbildung festzustellen. Das kann bis zur vollständigen Adhäsion der Wirbelsäule führen. Das Spatium interarcuale ist der dorsale Raum zwischen den Wirbelbögen, der durch das Überlappen der Wirbelbögen verschwindet.
 
   
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Der Zeitpunkt des Wachstumsfugenschlusses der Epiphysenscheiben am Körper der Lendenwirbel von Vollblütern liegt zwischen 4,9 und 6,7 Jahren (Wissdorf, Gerhards, Huskamp, Deegen, 2002)!
 
Liebe Leser, das bedeutet im Klartext: Bis zu diesem Alter ist das Pferd noch nicht ausgewachsen, sein Körper nicht vollständig entwickelt, die Knochen haben sich nicht geschlossen.
 
Die Enden der Dornfortsätze des T3 gehen in Tuberositas processus spinosus über. Sie bilden die Epiphyse, welche ihre Entwicklung zwischen dem halben und dem ersten Lebensjahr beginnt und ihre Form mit dem Ende des dritten Lebensjahres erreicht. Sie bilden wiederum die Epiphysenscheiben, deren Wachstum zwischen dem 7. und dem 15. Lebensjahr endet (Grimmelmann, 1977)!
 
Das führt nun zu dem Schluss, dass KEIN Pferd geritten werden sollte, bis wenigstens das fünfte Lebensjahr vollendet ist. Die übliche Praxis jedoch ist, dass die Pferde bereits im dritten Lebensjahr eingeritten werden, viele von ihnen sogar schon im zweiten.
 
Das ist nicht akzeptabel.
Das muss geändert werden.
 
ALLE Veterinäre lernen dieses, wenn ihre Spezialisierung in Richtung Pferde geht. WARUM unterrichten sie die Menschen nicht?
Warum empfehlen sie das Reiten als Therapie, die angeblich den Pferden bei Gesundheitsproblemen helfen soll?
Warum erfüllen sie nicht die Grundsätze und die Ziele ihrer Berufung?
Warum helfen sie nicht den Pferden, die geritten werden und deren Gesundheit somit nachhaltig vor ihren Augen Schaden nimmt?
 
Ich möchte jeden hier fragen und bitten, diese Fakten niederzuschreiben und sie dem eigenen Veterinär zu stellen. Bitte sendet mir die Antworten mit dem Namen des Tierarztes.
 
Die Wirbelsäule des Pferdes hat für die Zwecke des Reitens keine gute Flexibilität. Im Zuge des Reitens passieren Schäden, welche diese Flexibilität immer mehr einschränken. Folgende Bewegungen sind möglich:
 
Lateroflexion (Bewegung nach links oder rechts)
Dorsoflexion (Aufwölben)
Ventroflexion (Senken)
axiale Rotation (Rotation um die Längsachse – longitudinale Axis)
 
                                  
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Townsend und Leach(1984) haben die Beweglichkeit der Wirbelsäule ohne Weichgewebe untersucht ebenso wie auch Krueger(mit der Rückenmuskulatur) -1993 -. Die Erkenntnisse sind:
- T1 - T2 gute dorsoventrale Flexion
-T2 - T17 minimale dorsoventrale Flexion, deutliche axiale Rotation und lateralflexion
- T17 - L6 reduzierte axiale Rotation - lateroflexion nicht möglich
- L6 - S1 gute dorsoventrale Flexion
 
 
Anatomie und Propädeutik des Pferdes(Wissdorf, 2002)
 
 
Durch die dorsoventrale Bewegung der Wirbelsäule ändert sich der Abstand zwischen den Dornfortsätzen. Dalin und Jeffcott (1980) haben diesen Abstand im Bereich T10 bis L2 gemessen. Bei maximaler Dorsoflexion wurden 0,8 bis 3,8 mm und bei maximaler Ventroflexion 1,1 bis 6,0 mm gemessen. Der kleinste Abstand wurde bei dieser Untersuchung jedoch im mittleren Bereich (T13 bis T15) gemessen, das heißt in der Sattellage.
 
Hierbei wird nun klar, dass die Dornfortsätze der Wirbelsäule einander beim Reiten sehr nahe kommen. Die Wirbelkörper bewegen sich ventral voneinander weg und werden durch das Ligamentum Longitudinale ventral gehalten. Wird das Pferd nun ohne freie, natürliche Versammlung geritten, dann ergibt sich eine extreme Senkung des Rückens und das Pferd fühlt – in Abhängigkeit vom Reitergewicht – nach kurzer Zeit Schmerz.
Die Bandscheiben stehen unter schwerem Druck. Pferde, die nicht durch die Angst vor Strafe eingeschüchtert sind, zeigen diesen Schmerz deutlich.
 
 
Freie Pferde zeigen den freien Willen. Sklaven haben keinen Willen.
 

  • Körperliche Schäden durch Reiten - Eine Studie von Maksida Vogt

    by Maksida Vogt, 30.10.2008

    Vorwort Ich bin mir sicher, dass die nächsten Zeilen vielen Reitern sehr radikal erscheinen werden. Anderen Menschen, welche nichts mit Pferden zu tun haben, sind die nächsten Zeilen eher leicht verständlich und nachvollziehbar. Woran mag das liegen? Kann es sein, dass für Reiter nichts sein kann, was nicht sein darf? Ist es erlaubt, eine althergebrachte, wie selbstverständlich wirkende Tradition so drastisch infrage zu stellen? Wenn Reiten dem Pferd schadet, dann würde man Reitern im Umgang mit Pferden etwas absprechen, was für den höchsten Prozentsatz der „Pferdeliebhaber“ der eigentliche Grund für das Halten und/oder den Umgang mit Pferden ist. Wenn es dem verantwortungsvollen Leser nun aber wirklich um das Lebewesen Pferd geht und um das Vermeiden von Leiden, die dem Tier zugefügt werden, dann denke ich, sollte jeder Reiter die nun folgenden Erörterungen sorgfältig lesen. Das Pferd ist nicht „gemacht“, um geritten zu werden. Die Anatomie des Pferdes ist „designed“, um den Organen des Pferdes, z. B. dem großen Gastrointestinaltrakt, Platz zu geben oder aber auch um bei Stuten die Leibesfrucht zu halten. Das Pferd sollte nicht auf Kosten seiner Gesundheit Belastungen, z. B. durch das Reiten, ausgesetzt werden, die seiner körperlichen Leistungsfähigkeit nicht entsprechen.

  • Körperliche Schäden durch das Reiten Studie III

    by Maksida Vogt. 30.10.2008

    Der Schaden am epaxialen Gewebe der Wirbelsäule ist die meistverbreitete Ursache für Rückenschmerzen beim Pferd (Jeffcott, 1993). Um diese Studie zu komplettieren, müssen wir uns die Muskulatur des thorakalen und lumbalen Teils der Wirbelsäule anschauen. Dalin und Jeffcott (1980) unterteilen die Muskeln des Pferderückens in drei Gruppen: oberflächliche Muskeln: M. trapezius, M. cutaneus tiefe Muskeln: M. serratus dorsalis cranialis, M. serratus dorsalis caudalis, M. longissimus dorsi, M. multifidus dorsi, M. iliocostalis dorsalis, M. intertransversarii lumborum sublumbale und gluteale Muskeln: M. psoas minor, M. psoas major, M. iliacus, M. quadratus lumborum, M. glutealis medialis

  • Körperliche Schäden durch das Reiten Studie IV

    by Maksida Vogt, 30.10.2008.

    Pferde wollen nicht geritten werden, weil das Reiten nur Schmerz für sie bedeutet. Es gibt bereits Menschen, die dieses erkannt haben und zu Recht behaupten können, dass sie ihre Pferde lieben, weil sie den Wunsch der Pferde nach Schmerzfreiheit und Wohlergehen respektieren … Aber da sind immer noch andere, die etwas mehr Zeit zum Verstehen brauchen. Hier eine Hilfe dazu.

  • Does my vet know?

    by Maksida Vogt, Natalija Aleksandrova

    In these times as we are becoming increasingly educated on different aspects of the health of our horses, and animals in general, quite a few situations arise which cause us to think deeper about the knowledge and treatment options that veterinarians apply to our animals. This article is not meant to be an affront to the knowledgeable and responsible up-to-date veterinarians. The sad fact however is that we routinely encounter a pattern that an international majority of veterinarians display. The pattern is a lack of knowledge about horses biologically correct keeping, about illnesses connected to biologically wrong keeping, about the natural normal behavior of these animals inside of and outside of their biological niche, as well as treatment of simple infections and abscesses related to their biological niche requirements being disregarded.

  • Pferdesport – ein Spiegel der menschlichen Abgründe?

    by Maksida Vogt

    Sportpferd – eine Diagnose

  • Fallbeispiel Salin, schwere Ruheatemnot, Akazienhof

    by Maksida Vogt

    Salin, ein ehemaliges Dressurpferd, kam in mein Rehabilitationszentrum in August 2012 mit einer schweren Ruheatemnot.